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Nativity Shift and the New Latino Generation

Von: Stefan Jeuk

14-11-2017

Im Rahmen des Forums Migration fand am 14.12.2017 zum ersten Mal ein internationaler Vortrag zum Thema ‘Nativity Shift and the New Latino Generation’, gehalten von Spencer Salas, Associate Professor am Department of Middle, Secondary, and K-12 Education der University of North Carolina at Charlotte in den USA, statt.

Im Vortrag wurden verschiedene Aspekte zum Thema Bildungsteilhabe von Jugendlichen mit einem lateinamerikanischen Migrationshintergrund im Süden der USA vorgestellt und anschließend mit den anwesenden Dozierenden und Studierenden diskutiert. Gesichtspunkte waren dabei u.a.:
-    Wer wird als Amerikaner angesehen beziehungsweise wer identifiziert sich selbst als solcher?
-    Welche Einstellungen gegenüber einem lateinamerikanischen Migrationshintergrund gibt es und wie ist ihr Einfluss auf Bildungsthemen?
Diese und weitere Aspekte wurden auf Entwicklungen in Europa und Deutschland übertragen und diskutiert.
Zunächst wurde eine Einführung in das Thema „Migration in den USA“ gegeben. Es konnte gezeigt werden, dass der Süden über lange Zeit für Migranten aus Lateinamerika aufgrund fehlender Infrastruktur unattraktiv war. Dies änderte sich vor allem in den 90er Jahren mit der Folge, dass der Süden der USA ‚New Hispanic South‘ genannt wurde. Dies hing zu einem großen Teil auch mit den Olympischen Spielen zusammen, da für die Vorbereitungen viele Arbeiter aus Lateinamerika gebraucht worden waren, die dann in den USA blieben und Familien gründeten. Obwohl die daraus hervorgegangenen Kinder der sog. ‚post-first-generation‘ in den USA aufgewachsen sind und auch oft das Land noch nie verlassen haben, werden sie nicht als Amerikaner wahrgenommen und identifizieren sich auch selbst als ‚Latino‘. Dies hat Auswirkungen auf die Bildungspolitik: Einerseits werden Klassen nach Herkunft eingeteilt, andererseits gilt für viele Menschen Spanisch in den USA als Sprache für ‚Arme‘. So genießt z.B. Chinesisch ein wesentlich höheres Prestige als Spanisch.
Neben zahlreichen weiteren Informationen über die Auswirkungen und Umgangsweisen mit Migration von Lateinamerika in den USA wurde über Ähnlichkeiten im Hinblick Vormachtstellungen bestimmter Sprachen in Deutschland gesprochen: Auch in Deutschland gibt es eine Wertigkeit von Sprachen, so wird Englisch als selbstverständlich angesehen und Sprachen wie Französisch werden positiv gewertet, während Türkisch keine große Beachtung findet. Auch bei der Frage der Identifikation mit einem Land im Hinblick auf Integration konnten Parallelen erkennbar werden, wobei darauf hingewiesen wurde, dass Fragen der ´Kultur`, der Religion und der Ethnie eine große Rolle spielen.
Für das Protokoll: Verena Moosmann


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