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Die Orientierung der Schulmathematik an der ‚veröffentlichten' Mathematik in ihrer axiomatischen Fassung transportiert ein androzentrisches Bild der Mathematik.
An den deutschen Universitäten herrscht im Fach Mathematik eine Männerwelt sowie ein enges Wissenschaftsverständnis vor. Der deduktiv-logische Charakter der Mathematik gilt als Muster und Vorbild von Objektivität in der (Natur-)Wissenschaft überhaupt. Deshalb scheinen Forschungsergebnisse in der Mathematik keinen ‚gender-bias' zu kennen (Pieper-Seier 1997).

Doch gerade in der Trennung von objektivem Wissensinhalt und subjektivem Erkenntnisprozess - der Depersonalisierung in der Mathematik - sieht Leone Burton (1995) den Hauptgrund für Schwierigkeiten von Frauen mit der Mathematik. Biographische Forschungen zu Mathematikerinnen und Mathematikern belegen, dass das individuelle Lernen und Arbeiten in der Mathematik sehr wohl von subjektiven und sozialen Voraussetzungen abhängig ist. In den Ergebnissen der ‚veröffentlichten' Mathematik werden jedoch alle persönlichen Spuren getilgt.

Deshalb muss die Schnittstelle zwischen Mathematik und Schulmathematik unter einer Geschlechterperspektive neu überdacht werden, um das öffentliche Bild, dass Mathematik nur zur männlichen Lebenswelt gehört, zu korrigieren. Die angewandte Mathematik mit ihren vielfältigen Bezügen und Anwendungen in anderen Wissenschaften könnte verstärkt Ausgangspunkt für den Mathematikunterricht sein.

GENDERFORSCHUNG UND MATHEMATIKDIDAKTIK 
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