Mit diesen Fragen beschäftigten sich beim Design Hub GFT.MINT am 21. September 2026 an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg Vertreter*innen aus den ZSL Regionalstellen Stuttgart und Schwäbisch-Gmünd, aus Schule und Schulleitung, aus Unternehmen und Ausbildung, aus Handwerk und Verbänden, aus Bildungsverwaltung und Berufsberatung, außerschulischer MINT-Bildung sowie Wissenschaft und Lehrkräftebildung.
Der Design Hub knüpfte an das Vernetzungsforum | mintspiration im Juni 2026 an. Während dort zunächst unterschiedliche Perspektiven, Bedarfe und bestehende Angebote zusammengebracht wurden, stand dieses Mal die gemeinsame Weiterentwicklung konkreter Ansatzpunkte für GFT.MINT im Mittelpunkt. Gearbeitet wurde in den drei Fachclustern Biologie und Chemie, Mathematik und Informatik sowie Physik und Technik.
Berufsorientierung als Bestandteil guten Fachunterrichts
Über die drei Fachcluster hinweg zeigte sich eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit: Berufsorientierung sollte möglichst nicht als zusätzlicher Baustein neben dem Fachunterricht stehen, sondern aus fachlichen Fragestellungen und authentischen Anwendungskontexten heraus entstehen.
Dafür benötigen Lehrkräfte niedrigschwellige, fachlich anschlussfähige und erprobte Materialien, konkrete Beispiele und verlässliche Zugänge zu außerschulischen Partner*innen. Auch direkte Begegnungen mit beruflicher Praxis, Rollenmodelle, Betriebs- und Laborerfahrungen sowie digitale Formate wurden als wichtige Elemente benannt. Für Schüler*innen sollen dadurch nicht nur Berufsbilder sichtbarer werden. Sie sollen erfahren können, wofür das im Unterricht Gelernte gebraucht wird, welche eigenen Interessen und Fähigkeiten daran anschließen und welche beruflichen Wege sich daraus ergeben können.
In der abschließenden Panorama- und Kreativperspektive wurden aus den gesammelten Ideen erste Entwicklungsrichtungen abgeleitet. Nach dem Prinzip „Wo stehen wir? – Wo wollen wir hin? – Was braucht es auf dem Weg dorthin?“ entstanden konkrete Ansatzpunkte für die weitere Projektarbeit: von praxisnahen Unterrichtsbausteinen und Kooperationen mit Betrieben über authentische Aufgaben und Einblicke in Berufsfelder bis hin zu digitalen Materialien, Fortbildungsformaten und neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Schule, Hochschule und beruflicher Praxis.
Die Ergebnisse fließen nun in die Entwicklung von Gemeinsamen Fortbildungstagen ein
Der Design Hub markiert damit einen weiteren Schritt von der Vernetzung zur gemeinsamen Entwicklung. Die Ergebnisse werden nun von den beteiligten Fachdidaktiken der Pädagogischen Hochschulen Ludwigsburg und Schwäbisch Gmünd ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Fortbildungstage (GFT) ein, die MINT-Berufsorientierung unmittelbar mit dem Fachunterricht verbinden.
Ziel ist es, Formate zu entwickeln und zu erproben, die fachliches Lernen, Einblicke in die Berufswelt und die Förderung zukunftsrelevanter Kompetenzen praxisnah, fachlich fundiert miteinander verbinden und so gestalten, dass sie Lehrkräfte im Schulalltag tatsächlich unterstützen.
Der Design Hub hat dabei zugleich gezeigt, wie wichtig die unterschiedlichen Perspektiven für diesen Entwicklungsprozess sind: Schule weiß, was im Unterricht funktionieren muss. Unternehmen und Ausbildungsakteur*innen kennen aktuelle berufliche Anforderungen und Tätigkeitsfelder. Die Fachdidaktiken bringen die Expertise ein, daraus tragfähige Lerngelegenheiten zu entwickeln. GFT.MINT bringt diese Perspektiven zusammen.
Weitere Infos: https://www.ph-ludwigsburg.de/fakultaet-2/institut-fuer-biologie/forschung-und-projekte/projekt-gftmint