Die Lehrerbildung umfasst das Studium, den Vorbereitungsdienst und die spätere Fortbildung. Kernanliegen der Kooperation ist die nachhaltige institutionelle Verzahnung der ersten Phase der Lehrerbildung (Studium) mit der dritten Phase (Fort- und Weiterbildung). Perspektivisch soll auch die zweite Phase angemessen einbezogen werden.
Die Kooperation ermöglicht es, schnell auf neue Herausforderungen wie moderne Unterrichtsmethoden oder digitale Bildung zu reagieren. Die Ausrichtung erfolgt entlang regionaler Bedarfe aller Schularten in der Metropolregion Stuttgart. Der Kooperationsvertrag schafft hierfür einen verlässlichen institutionellen Rahmen. Bestehende Formate werden weiterentwickelt, neue innovative Formate gemeinsam konzipiert, erprobt und implementiert.
Ein Beispiel für die bereits erfolgreiche Zusammenarbeit ist das Projekt „GFT.MINT“, das im Dezember 2025 gestartet ist und von der Vector-Stiftung sowie der Eugen-Irmgard-Hahn-Stiftung gefördert wird. Das Besondere an diesem neuen Angebot für Lehrkräfte in der Region Stuttgart ist, dass Lehrkräfte gemeinsam neue Ideen für den Unterricht entwickeln und diese direkt mit ihren Klassen an der Hochschule testen. Forschende und Studierende unterstützen dabei und geben praktische Tipps. So entsteht ein Kreislauf: Neue Konzepte werden entwickelt, ausprobiert, gemeinsam überdacht und schließlich in den Schulalltag übernommen. GFT.MINT baut auf einem bewährten Fortbildungstag auf und wird nun auf alle MINT-Fächer ausgeweitet. Das Ziel ist, dass Schulen, Hochschule und Forschung eng zusammenarbeiten, damit Unterricht noch besser und moderner wird. Am Ende entstehen praktische, neue Ansätze, die sofort im Unterricht eingesetzt werden können. Die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd in den Fächern Technik und Physik sowie die ZSL-Regionalstelle Schwäbisch Gmünd wirken ebenfalls im Projekt GFT.MINT mit.
Mit der Kooperationsvereinbarung stärken beide Partner den Austausch zwischen Ausbildung, Vorbereitungsdienst und Fortbildung. Das gemeinsame Ziel ist, die Professionalisierung von Lehrkräften als durchgängigen Prozess zu gestalten und die Qualität von Unterricht und Schulentwicklung in der Region nachhaltig zu fördern. Mit der Vereinbarung entsteht eine institutionell verankerte Brücke zwischen Zuständigkeiten des Wissenschaftsministeriums und des Kultusministeriums. Die Kooperation unterstreicht den Anspruch beider Partner, Lehrerbildung als durchgängigen Professionalisierungsprozess zu verstehen.
Stimmen zur Kooperation:
Prof. Dr. Jörg-U. Kessler, Rektor der PH Ludwigsburg: „Mit diesem Kooperationsvertrag stärken wir systematisch den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die schulische Praxis. Als Hochschule mit universitärem Profil und Weiterbildungsauftrag im LHG ist es unsere Verantwortung, aktuelle fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Forschung gemeinsam mit den Schulen weiterzuentwickeln und unmittelbar wirksam werden zu lassen. Die Kooperation schafft einen verlässlichen institutionellen Rahmen, um Innovationen nicht nur zu erforschen, sondern gemeinsam mit Lehrkräften zu erproben und nachhaltig zu implementieren.“
Prof. Dr. Elke Grundler, Prorektorin für Forschung, Transfer und Innovation: „Wissenschaftliche Weiterbildung ist für uns kein Zusatzauftrag, sondern integraler Bestandteil unseres Transferverständnisses, mit dem wir Forschung und Anwendung im Dialog zusammenbringen können. Durch die enge Kooperation mit der ZSL-Regionalstelle Stuttgart arbeiten wir gemeinsam an innovativen Fortbildungsformaten - forschungsbasiert, bedarfsorientiert und transformativ - und tragen damit zu der zukunftsfähigen Bildung unserer Kinder bei. Grundlage dafür ist die gemeinsame Qualitätsorientierung in der Lehrkräftefortbildung in der gesamten Region.“
Dr. Burkhard Bläsi, Leiter der Regionalstelle Stuttgart des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung: „Die Kooperation ermöglicht es uns, die Expertise der Wissenschaft noch systematischer in unsere Fortbildungsarbeit einzubinden. Lehrkräfte profitieren von evidenzbasierten Konzepten, die zugleich praxisnah entwickelt und erprobt werden. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Qualitätsentwicklung von Unterricht und Schule in der Metropolregion Stuttgart.“