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Sommerakademie 2026: Wissenschaftlich qualifizieren und hochschulübergreifend vernetzen

Am 3. und 4. Juli 2026 fand die Sommerakademie der Graduiertenakademie der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg statt. „Dass die Sommerakademie innerhalb von 13 Jahren bereits zum dritten Mal an ihren Ausgangsort, die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, zurückkehrt, freut uns besonders. Sie steht beispielhaft für das, was wissenschaftliche Karriereentwicklung braucht: fundierte Qualifizierung, kollegialen Austausch und verlässliche Netzwerke über Hochschulgrenzen hinweg“, betonte Prof. Dr. Elke Grundler, Prorektorin für Forschung, Transfer und Innovation.

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Rund 78 Promovierende, Postdocs, Workshopleitungen und weitere Mitwirkende aus den sechs Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs kamen zu der zweitägigen Qualifizierungs- und Vernetzungsveranstaltung zusammen.

Fünf Workshops für unterschiedliche Phasen der wissenschaftlichen Qualifizierung

Das Programm verband methodische Vertiefung, wissenschaftliches Schreiben, Selbstorganisation und die gezielte Vorbereitung auf die Abschlussphase der Promotion.

Im Workshop „Getting it done: Zeit- und Selbstmanagement für Promovierende und Postdocs“ vermittelte Dr. Carrie Dohe praxiserprobte Strategien für Planung, Prioritätensetzung sowie den Umgang mit Aufschieberitis, Unterbrechungen und vielfältigen beruflichen Anforderungen.

Dr. Johanna Wilmes führte im Workshop „Empirisch forschen mit Kindern und Jugendlichen“ in die ethischen und methodischen Besonderheiten der Kindheits- und Jugendforschung ein. Im Mittelpunkt standen unter anderem kindgerechte Informationsmaterialien sowie die Entwicklung geeigneter Interviewleitfäden und Fragebögen.

Der Workshop „Modellierung hierarchischer Daten: Mehrebenenanalysen & Co“ mit Prof. Dr. Samuel Merk behandelte den angemessenen Umgang mit Daten. An Beispielen aus der Bildungsforschung wurden mehrebenenanalytische Modelle in R (einem professionellen Statistik-Tool) spezifiziert, geschätzt und interpretiert.

Im Workshop „Aus Daten Geschichten machen: Von der qualitativen Analyse zur überzeugenden Darstellung“ zeigte Dr. Sarah Weber, wie aus umfangreichen qualitativen Daten anschauliche und überzeugende wissenschaftliche Texte entstehen können. Auch die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von KI-Tools im Schreibprozess wurden reflektiert.

Das „Disputationstraining: Vorbereitung auf Vortrag und Verteidigung“ mit Dr. Malte Engel richtete sich insbesondere an Promovierende in der Abschlussphase. Die Teilnehmenden arbeiteten am Aufbau ihrer Präsentationen, an überzeugenden Argumentationen und am souveränen Umgang mit Kritik, schwierigen Fragen und Lampenfieber.

Austausch über Hochschulgrenzen hinweg

Neben der fachlichen Arbeit bot die Sommerakademie vielfältige Gelegenheiten zum persönlichen Austausch. In den Pausen, bei einem gemeinsamen Spaziergang vom Campus der Pädagogischen Hochschule durch den Favoritepark, vorbei am Residenzschloss und über den Marktplatz, sowie beim anschließenden Abendessen konnten Erfahrungen geteilt, neue Kontakte geknüpft und neue Perspektiven auf die eigene wissenschaftliche Arbeit gewonnen werden.

Wie wichtig dabei auch der offene Austausch über Unsicherheiten und Herausforderungen wissenschaftlicher Qualifizierungsphasen ist, zeigte sich in den Rückmeldungen der Teilnehmenden. Die Doktorandin Franziska Jehle hob insbesondere die Möglichkeit hervor, „sich auszutauschen und das Gefühl zu bekommen, nicht allein zu sein“. Sie nehme aus der Sommerakademie zudem mit, „Dinge ohne Angst einfach ausprobieren zu dürfen, denn perfekt gibt es nicht“.

Neben den Promovierenden nahmen rund fünf Postdocs an der Sommerakademie teil. Dr. Alexandra Svedkijs beschrieb den besonderen Wert des Formats aus ihrer Perspektive: „Das Angebot ist sehr gelungen, auch wenn man einzelne Themen bereits während der Promotion kennengelernt hat. Nun nehme ich die Impulse aus einer neuen Perspektive auf.“ Der Austausch mit Promovierenden mache zugleich sichtbar, dass das Forschungsleben immer wieder von Unsicherheit geprägt sei: „Die Unsicherheit wird kleiner, indem man forscht, weil aus offenen Fragen schrittweise Erfahrungen, Erkenntnisse und mehr Sicherheit im eigenen wissenschaftlichen Handeln entstehen.“

Auch die Workshopleitungen beteiligten sich intensiv am hochschulübergreifenden Austausch. Zu ihnen gehörten sowohl selbstständige Expert*innen als auch Wissenschaftler*innen anderer Hochschulen. Dr. Johanna Wilmes, Workshopleiterin und Postdoc an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, zeigte sich besonders beeindruckt von der Atmosphäre an den Pädagogischen Hochschulen: „Mein Highlight war die ausgesprochen positive und wertschätzende Stimmung unter den Bildungsforschenden. Die persönliche Nähe, die Offenheit im Austausch und das gemeinsame Interesse an bildungswissenschaftlichen Fragen haben eine psychologisch sichere, produktive und konstruktive Arbeitsatmosphäre geschaffen.“

Gemeinsame Organisation und wissenschaftliche Qualifizierung

Die Sommerakademie 2026 wurde von der Graduiertenakademie in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg organisiert. Unser besonderer Dank gilt den Workshopleitungen sowie den Kolleg*innen der Graduiertenakademie, der Forschungsförderungsstelle und des Literaturcafés der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Mit ihrem großen Engagement und ihrer tatkräftigen Unterstützung haben sie wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Über die Graduiertenakademie

Die sechs Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs sind bildungswissenschaftliche Hochschulen mit universitärem Profil und eigenständigem Promotions- und Habilitationsrecht. Sie qualifizieren Wissenschaftler*innen in den Bildungswissenschaften, Fachdidaktiken, Fachwissenschaften und weiteren profilbildenden Forschungsfeldern. Zahlreiche bereits Promovierte setzen ihre wissenschaftliche Laufbahn anschließend als Postdocs in Forschungsprojekten, Habilitandinnen, Tenure-Track-Professorinnen oder akademische (Ober-)Rätinnen fort.

Die Graduiertenakademie ist die gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der sechs Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs. Seit fast 15 Jahren bietet sie einen hochschulübergreifenden Rahmen für die Qualifizierung, Vernetzung und den fachlichen Austausch von Promovierenden und Postdocs.

Kontakt

Geschäftsstelle der Graduiertenakademie
Bismarckstraße 10
76133 Karlsruhe
E-Mail: graph(at)ph-karlsruhe.de