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Studie der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg zeigt: Stigmatisierung beeinflusst Testergebnisse von Schülerinnen und Schülern

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Ein kurzer Hinweis mit großer Wirkung: Schülerinnen und Schüler an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen erzielen schlechtere Leistungen in Lesen und Rechnen, wenn sie unmittelbar vor einem Test daran erinnert werden, welche Schule sie besuchen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Forschenden der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, veröffentlicht im Journal of Educational Psychology der American Psychological Association.

Geleitet wurde die Studie von Prof. Dr. Tobias Tempel und Prof. Dr. David Scheer am Institut für sonderpädagogische Förderschwerpunkte.

Die Befunde verweisen auf ein sensibles Problem im Bildungssystem: Nicht nur fachliche Voraussetzungen entscheiden über Leistung, sondern auch die Wirkung sozialer Zuschreibungen. Der bloße Verweis auf die besuchte Schulform kann offenbar genügen, um negative Stereotype zu aktivieren – und damit die Leistung von Schülerinnen und Schülern messbar zu beeinträchtigen.

Aus Sicht der Forschenden wirft die Studie eine grundsätzliche Frage auf: Wie objektiv sind Leistungsmessungen, wenn schon kleine situative Hinweise dazu führen können, dass Kinder und Jugendliche unter ihren Möglichkeiten bleiben? Die Ergebnisse legen nahe, Diagnostik und Leistungsbewertung stärker auf mögliche Stigmatisierungseffekte hin zu überprüfen.