Zum Seiteninhalt springen

Studienprofil Antisemitismuskritische Bildungsarbeit

Ab dem Wintersemester 2023/24 können alle Studierende der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg das Studienprofil "Antisemitismuskritische Bildungsarbeit" studieren.

Mit nur geringem und teilweise polyvalentem Mehraufwand können aus interdisziplinärer Perspektive Kompetenzen im Umgang mit Antisemitismus, aber auch Kenntnisse zur Geschichte des Judentums sowie zur jüdischen Gegenwart erworben werden.

Das Profil ist für Studierende aller Fächer und Studienabschlüsse geöffnet. Pro Wintersemester können sich bis zu 30 Studierende anmelden.

Mit diesem Angebot ist die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg Vorreiter in Baden-Württemberg.

Ansprechpartner für Rückfragen und Anmeldung ist Prof. Dr. Tobias Arand.

Kurzvideopräsentation des Studienprofils

Eine kurze Video-Präsentation stellt das Studienprofil vor.

Holofiction – Filmvorführung und Gespräch mit Michal Kosakowski

Kein historisches Ereignis wurde in der Filmgeschichte so häufig auf die Leinwand gebannt wie der Holocaust und Zweiter Weltkrieg. Nach Claude Lanzmann, Regisseur des bahnbrechenden Dokumentarfilm ‚Shoah‘ von 1985, ist ein fiktional-filmisches Aufgreifen des Holocausts jedoch nicht vertretbar.

„Fiction is a transgression“ – mit diesem Zitat von Lanzmann beginnt der Film ‚Holofiction‘ des Regisseurs Michal Kosakowski. Der Film stellt die Frage nach der Darstellbarkeit des Holocaust, versucht als Lanzmanns Verdikt auf den Prüfstand zu stellen. Mit einer Montage aus mehr als 3000 filmischen Werken zum Thema aus den Jahren 1938 bis 2024 zeigt ‚Holofiction‘, wie gleichbleibende Motive in Filmen über die Shoah reproduziert werden. Gleichzeitig ergeben aber die widerkehrenden Bild- und Erzähltopoi auch ein eigenes und neues chronologisch geordnetes Narrativ über die Shoah. Die suggestive musikalische Gestaltung von Paolo Marzocchi untermalt den Film, greift alte Motive auf und bricht gleichzeitig mit diesen.

Der Film entstand im Rahmen von ‚DARK TOURISM‘, einem forschungsbasiertem, künstlerischem Projekt, welches Mechanismen untersucht und kritisch reflektiert, die unser Geschichtsbewusstsein in Bezug auf den Holocaust prägen.

‚Holofiction‘ wurde am 22.04.2026 um 12 Uhr im Literaturcafé der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg gezeigt. Im Anschluss stand der Regisseur Michal Kosakowski für ein von Professor Tobias Arand moderiertes Gespräch zur Verfügung. Hierbei hatte das Publikum die Möglichkeit, mit Herrn Kosakowski in Austausch zu treten.

Auf die Nachfrage, ob Claude Lanzmann denn nun mit seiner These richtig lag, antwortete Kosakowski mit einem Zitat der Ehefrau Dominique Lanzmann, welche die Entstehung des Films begleitete: „Mein Mann hatte recht“.

Sofagespräch mit Oliver Polak an der PH Ludwigsburg

Informationen zu dem Sofagespräch mit Oliver Polak gibt es hier.

Anmeldung für die online Teilnahme externer Teilnehmer: Interdisziplinäre Ringvorlesung: Jüdisches Leben, Judentum und Antisemitismus in Vergangenheit und Gegenwart | PH Ludwigsburg.

Den Link zum webex Raum erhalten Sie nach der Anmeldung per Mail.

Die Stuttgarter Zeitung schreibt über unser Studienprofil

Prof. Dr. Tobias Arand und das Studienprofil Antisemitismuskritische Bildungsarbeit wurden in der Stuttgarter Zeitung vorgestellt. Im Fokus: die wachsende Bedeutung antisemitismuskritischer Bildung an Schulen und Hochschulen. Mehr Informationen hier.

Lehrpreis für die Abteilung Geschichte

Die Lehrenden freuen sich, mitteilen zu können, dass der Senat in seiner Sitzung vom 5. Juni 2025 der Abteilung Geschichte den hochschulinternen Lehrpreis für das Studienprofil Antisemitismuskritische Bildungsarbeit zugesprochen hat. Mit dieser Auszeichnung bewirbt sich die Hochschule zugleich für den landesweiten Lehrpreis.

Interview in der TAZ: Prof. Dr. Tobias Arand über Antisemitismus an deutschen Schulen

Prof. Dr. Tobias Arand erläutert die strukturellen Defizite im Umgang mit Antisemitismus an deutschen Schulen. Er betont die Notwendigkeit einer fundierten Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften sowie die Rolle schulischer Institutionen als Schlüsselorte präventiver Bildungsarbeit. Mehr Informationen zum Interview in der TAZ hier.

Ringvorlesung: Jüdisches Leben, Judentum und Antisemitismus in Vergangenheit und Gegenwart

Informationen zu den Terminen der Ringvorlesung zum Thema „Jüdisches Leben, Judentum und Antisemitismus in Vergangenheit und Gegenwart“ erhaltet ihr hier.

Bericht Filmvorführung Arkadij Khaet am 6. Mai, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Seit 2023 besteht an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg die Möglichkeit, im Rahmen des an der Abteilung Geschichte angesiedelten Studienprofils „Antisemitismuskritische Bildungsarbeit“ zusätzliche Kompetenzen zu erwerben, um antisemitischen Äußerungen und Handlungen im Schulalltag besser begegnen zu können. Am Montag, den 6. Mai, gastierte der Filmemacher Arkadij Khaet an der Pädagogischen Hochschule. In der gut besuchten Aula wurde Schulklassen und Studierenden sein Film „Masel Tov Cocktail“ gezeigt, mit dem der Regisseur im Jahre 2021 den Grimme-Preis in der Kategorie „Kinder- und Jugendfilm“ gewann. Der Kurzfilm über den jüdischen Schüler Dima und seine alltäglichen Antisemitismuserfahrungen wurde darüber hinaus auch im Ausland rezipiert und gewann auch unter anderem in den USA und Frankreich zahlreiche Preise.

Nach den Ereignissen vom 7. Oktober 2023 und dem seither sprunghaft anwachsenden Antisemitismus hat der Film an zusätzlicher Aktualität gewonnen. In der anschließenden Diskussion wurden verschiedene Fragen diskutiert. So ging es darum, inwiefern der Film autobiografische Züge des Regisseurs trägt und inwieweit er sich mit der Person des Protagonisten identifiziert. Immer im Raum stand die Frage, wie man antisemitischen Äußerungen und Handlungen begegnen kann und welche Rolle dabei der Film Masel Tov Cocktail spielen kann. Dazu betonte der Regisseur ausdrücklich, dass er eben nicht einen Lehrfilm habe produzieren wollen, dem man Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Antisemitismus entnehmen könne; vielmehr sollte er die Perspektive eines jungen Juden darstellen, der oftmals in seinem schulischen Umfeld und dabei gerade auch von (es eigentlich gutmeinenden) Lehrkräften immer wieder nur auf eine Opferrolle reduziert wird, wobei sämtliche anderen Aspekte seiner Lebensumwelt völlig in den Hintergrund gedrängt werden. In diesen Zusammenhang gehört die Aussage des Protagonisten, er wache nicht morgens auf und denke als erstes, er sei ein Jude: Er würde auch viel lieber einmal in der Schule seinen Mitschülern erklären, was gefilter Fisch (eine jüdische Spezialität) sei und nicht immer nur über seine im Nationalsoziaslismus ermordeten Vorfahren sprechen. Im Grunde stand in dem Film auch stets die Frage im Raum, was das Judentum überhaupt ausmache; danach gefragt, vertrat der Regisseur die Ansicht, dass sich das moderne Judentum in einer Vielzahl von Lebensentwürfen manifestiere, wobei das einigende Band religiöse, kulturelle und ethnische Gemeinsamkeiten seien. Unter dem Begriff „ethnische Zugehörigkeit“ darf man wohl weniger an eine Zugehörigkeit zu einem Volk denken als vielmehr an die Tatsache, dass man Jude durch die Abstammung von einer jüdischen Mutter wird.

Am Ende des Films war dann weder eine Entwicklung der Hauptperson in ihren Haltungen zu erkennen, noch kam es zwischen den Antagonisten zu einer Versöhnung. Die Zuschauer wurden mit offenen Fragen zurückgelassen. Doch gerade das macht den Film so wertvoll: Er regt zum Weiterdenken an, irritiert, provoziert Stellungnahmen und ist somit ein perfektes Medium, um in Unterrichtssituationen gewinnbringend eingesetzt werden zu können.

Studium

Organisation

Das Studienprofil wird unterstützt durch: