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Sofagespräch mit Oliver Polak an der PH Ludwigsburg

Am Mittwoch, dem 3.12.2025, war der bekannte Comedian Oliver Polak an der Hochschule zu Gast. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Studienprofils ‚Antisemitismuskritische Bildung‘ statt. Unter der Moderation von Prof. Dr. Tobias Arand (Abteilung Geschichte) fand ein kontroverses Sofagespräch statt. 120 Zuschauer verfolgte den spannenden, ernsthaften, aber gelegentlich auch unterhaltsamen Schlagabtausch zwischen den beiden unterschiedlichen Protagonisten auf der Bühne. Zunächst berichtete der Comedian von seiner Kindheit und seinem Werdegang. Dabei betonte Oliver Polak unter anderem den großen Einfluss, den amerikanische Stand-Up-Comedy auf seinen persönlichen Stil genommen habe. Polak schilderte seine ersten Erfahrungen als offen jüdischer Comedian als für ihn teilweise schwer erträglich. Die aus diesen Erfahrungen resultierende Depression verarbeitet er 2014 in seinem Buch ‚Der jüdische Patient‘. Damit war der Ton für das weitere, einstündige Gespräch gesetzt. Polak und Arand diskutierten vor allem über offenen und verdeckten Antisemitismus in Deutschland. Im Mittelpunkt standen u.a. der deutsche Judenhass, der sich, so Polak, immer wieder hinter dem vorgeblichen genuin ‚arabischen Antisemitismus‘ verstecke, aber auch die Ereignisse des 7. Oktober und 2023 und ihre dramatischen Folgen. Für den Comedian ist der Diskurs über Antisemitismus und Judentum aktuell weit von der Realität entfernt. In seinem 2018 erschienenen Buch ‚Gegen Judenhass‘, versuchte Polak noch, gegen diese Phänomene anzuschreiben. Der damalige Optimismus, mit solchen Büchern etwas bewegen zu können, scheint den Comedian aber mittlerweile verlassen zu haben – jedenfalls, wenn man seinen Ausführungen auf der Bühne des Literaturcafés der PH folgte. Doch bei aller Nachdenklichkeit ließ Polak immer wieder erkennen, dass er vor allem ein überaus unterhaltsamer Comedian und Gesprächspartner ist. Die Veranstaltung, in der Polak und Arand keineswegs immer einer Meinung waren, endete mit einem Appell Oliver Polaks, „sich und andere ständig daran zu erinnern, dass wir alle deutsch sind, egal wo unsere Wurzeln liegen und uns auf unsere Gemeinsamkeiten zu besinnen.“