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Risikomanagement

Forschungsprojekte sind anfällig für Verzögerungen, Ausfälle und organisatorische Überraschungen: Probleme bei der Datenerhebung, Personalwechsel, technische Probleme, fehlende Teilnehmende usw. Dieses Modul unterstützt Projektteams dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und Gegenmaßnahmen zu planen. Ziel ist ein gemeinsames Verständnis: Was könnte schiefgehen – und was tun Sie, wenn es passiert?

Kurzanleitung

1. Vorbereitung

  • Projektantrag und Zeitplan durchgehen: Wo sind kritische Phasen, Abhängigkeiten, Engpässe?
  • Tool/Setting wählen:
    digital oder analog (Flipchart & Moderationskarten)
    einfache Risikomatrix vorbereiten (2x2 Matrix: Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung)

Tipp:
Auf Online-Whiteboards finden sich meist Vorlagen für eine Risikomatrix (z. B. in Collaboard), die sich sehr gut dafür eignen, im Team gemeinsam daran zu arbeiten.

2. Risiken gemeinsam identifizieren

Im Team werden alle denkbaren Risiken gesammelt, z. B.:
Datenerhebung: zu wenige teilnehmende Klassen, kurzfristige Absagen, Terminüberschneidungen
Personal: Stellen werden später besetzt, Schlüsselpersonen fallen aus
Organisation: Verzögerungen bei Genehmigungen, Ethikvoten, Verträgen
Technik: Ausfälle bei digitaler Erhebung, Probleme mit Software oder Endgeräten
Kommunikation: Schulen springen ab, Missverständnisse mit Eltern, Praxispartnern

Alle Risiken werden auf Karten oder digitalen Post-its gesammelt – ohne Bewertung.

3. Risiken bewerten: Risikomatrix

Anschließend werden die Risiken in einer Risikomatrix eingeordnet:

    Achse 1: Eintrittswahrscheinlichkeit (niedrig – mittel – hoch)
    Achse 2: Auswirkung auf das Projekt (gering – mittel – schwerwiegend)

Gemeinsam wird eingeschätzt:

Welche Risiken sind kritisch (hoch/hoch)?
Welche sind relevant, aber handhabbar?
Welche können wir eher beobachten, ohne sofort zu handeln?

4. Maßnahmen planen

Für die wichtigsten Risiken (z. B. hohe Wahrscheinlichkeit und/oder hohe Auswirkung) werden konkrete Maßnahmen entwickelt:

    Vermeiden:
        z. B. frühzeitige Abstimmung der Erhebungszeiträume mit Schulen, realistische Stichprobenplanung.

    Mildern (reduzieren):
        z. B. zusätzliche Rekrutierungswege, Backup-Schulen, Pufferzeiten in der Datenerhebung.

    Übertragen:
        z. B. logistische Aufgaben an Kooperationspartner delegieren, technische Unterstützung durch MIT.

    Akzeptieren:
        z. B. geringe Risiken bewusst akzeptieren, aber im Blick behalten.

Denken Sie daran, alle Risiken inklusive der Maßnahmen zu dokumentieren und abzulegen.
Welche Maßnahme wird ergriffen?
Wer ist verantwortlich?
Bis wann wird die Maßnahme umgesetzt?