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Stakeholderanalyse

Forschungsprojekte gelingen nur, wenn die richtigen Personen zur richtigen Zeit eingebunden sind. Wer die Interessen relevanter Akteurinnen und Akteure, etwa Schulleitungen, Lehrkräfte oder Behörden, frühzeitig kennt und berücksichtigt, schafft gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Projekt. Dieses Modul unterstützt Sie dabei, relevante Anspruchsgruppen systematisch zu identifizieren, ihren Einfluss auf das Projekt einzuschätzen und darauf aufbauend passende Kommunikationsstrategien zu entwickeln. So lassen sich Erwartungen frühzeitig klären und Konflikte vermeiden, bevor sie entstehen.

Kurzanleitung für die Stakeholderanalyse

1. Stakeholder identifizieren

Sammeln Sie alle relevanten Gruppen und Personen, z. B.:
Schulleitung
Lehrkräfte, Fachschaften, Schüler*innen
Eltern / Elternvertretungen
Kooperationsschulen / Praxispartner
Regierungspräsidium / Schulamt
Bürgermeister*innen / Gemeinderäte

Machen Sie eine einfache Liste oder ein Brainstorming im Team.

2. Stakeholder einschätzen: Matrix „Einfluss × Konfliktpotenzial“

Ordnen Sie die Stakeholder in eine 2×2‑Matrix ein:

    Einfluss: Wie stark kann diese Gruppe den Projekterfolg beeinflussen?
    Konfliktpotenzial: Wie hoch ist das Risiko von Widerständen, Missverständnissen oder Zielkonflikten?

Vier Felder ergeben sich:

  • Hoher Einfluss – hohes Konfliktpotenzial
    z. B. Schulleitung, zentrale Lehrkräfte
    → sehr sorgfältige Einbindung, regelmäßige Gespräche, transparente Abstimmung
  • Hoher Einfluss – niedriges Konfliktpotenzial
    z. B. engagierte Schulleitung mit positiver Haltung zur Forschung
    → früh einbinden, als Verbündete und Multiplikator*innen gewinnen
  • Niedriger Einfluss – hohes Konfliktpotenzial
    z. B. einzelne kritische Lehrkräfte oder Elternvertretungen
    → Sorgen ernst nehmen, gezielte Information, Feedbackmöglichkeiten anbieten
  • Niedriger Einfluss – niedriges Konfliktpotenzial
    z. B. entfernte Akteur*innen, die nur am Rand betroffen sind
    → gelegentliche Information reicht

3. Kommunikationsstrategien ableiten

Auf Basis der Matrix legen Sie fest:

Wer wird wie häufig und auf welchem Weg informiert?
        z. B. früh im Projektverlauf Treffen mit Schulleitung, Info-Brief an Lehrkräfte, Elterninfo

Welche Botschaften sind jeweils zentral?
        Nutzen und Ziele der Studie, Aufwand für die Beteiligten, Datenschutz

Welche Beteiligungsformate sind sinnvoll?
        Informationsveranstaltungen, Rückmeldegespräche, Feedbackrunden, Beteiligung an der Planung von Erhebungszeitfenstern