Die Ausstellung „Was wir aushalten“ zeigt großformatige malerische Arbeiten von Elisa vom Bruch, welche im Rahmen verschiedener Ausstellungen während ihres Studiums entstanden sind. Ihre Werke bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen persönlicher Erfahrung und gesellschaftlicher Relevanz. Im Zentrum stehen Themen wie Identität, Liebe, gesellschaftliche Akzeptanz und Feminismus, welche aus einer queeren Perspektive aufgezeigt werden. Vom Bruch stellt intime Momente und emotionale Zustände so dar, dass sie über das persönliche hinausgehen und auffordert, eigene Denkmuster zu hinterfragen und Anknüpfungspunkte für eigene Erfahrungen bietet.
Ausgehend von ihrem Schlüsselwerk „Comfortably Queer“ entfaltet sich eine Serie, die scheinbare Gegensätze wie „außergewöhnlich“ und „normal“ hinterfragt. Vom Bruchs Bildwelten zeigen Nähe, Verletzlichkeit und Stärke zugleich – oft in zeitlosen, körperlichen Darstellungen, die bewusst auf äußere Zuschreibungen verzichten. Symbolik, Lichtführung und kunsthistorische Bezüge verdichten die Inhalte und verleihen den Werken eine eindringliche Präsenz. In Arbeiten wie „Weil wir Dich lieb haben“ wird der Konflikt zwischen Liebe und Verletzung sichtbar, wenn familiäre Nähe auf gesellschaftlich geprägte Vorurteile trifft. Weitere Werke widmen sich Themen wie Verlust, Erinnerung und innerer Zerrissenheit, ohne dabei eindeutige Antworten zu geben. Die Werke „#söderisst“ und „…eine Dame ohne Unterleib“ richten den Blick auf gesellschaftliche Erwartungen an Weiblichkeit und thematisieren die fortwährende Konfrontation mit Sexismus über verschiedene Lebensphasen und gesellschaftliche Ebenen hinweg. Vom Bruchs Ausstellung lädt dazu ein, sich mit grundlegenden menschlichen Erfahrungen auseinanderzusetzen. Zwischen Intimität und Öffentlichkeit, zwischen persönlicher Perspektive und kollektiver Realität mit allgemein gesellschaftlicher Relevanz.
Veranstaltet vom Literatur-Café, Eintritt frei