Der Vortrag entstand im Rahmen des Projekts „Pädagogisches Reflektieren in Bildungsräumen" (PReBi) an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Im PReBi-Projekt wird untersucht, wie Reflexion angehende Lehr- und Fachkräfte in ihrer professionellen Entwicklung unterstützen kann. Dr. Tello übertrug diese Leitfrage auf den Bereich der moralischen Bildung.
In der Tradition der moralischen Bildung orientieren sich zahlreiche Ansätze an den Theorien von Aristoteles und Kant. Beide Autoren werden häufig als Gegenpositionen dargestellt: die aristotelische Tugendethik mit ihrem Fokus auf Charakter und praktischer Klugheit (Phronesis) auf der einen Seite, die kant'sche Pflichtethik mit ihrer Orientierung an universalen Prinzipien auf der anderen. Genau an diesem vermeintlichen Gegensatz setzte der Beitrag an. Anhand der Begriffe praktische Vernunft (Phronesis) und universale Prinzipien zeigte Dr. Tello, dass beide Positionen deutlich mehr Gemeinsamkeiten aufweisen als es viele Bildungsprogramme nahelegen.
Auf dieser Grundlage formulierte Dr. Tello fünf Empfehlungen für die Gestaltung moralischer Bildungsprogramme. Der zentrale Gedanke: Charakterbildung und Prinzipienorientierung sollten nicht strikt gegeneinander abgegrenzt, sondern zusammengeführt werden. Der Reflexion in praktischen Entscheidungssituationen kommt dabei eine besondere Rolle zu.
Kontakt: Dr. Daniel Tello