Dialogisches Lesen gilt als empirisch bewährte Methode zur Förderung der Sprachkompetenz. Ein breiter Transfer in den Kindergartenalltag scheitert jedoch vor allem an den erforderlichen Personalressourcen. Die jüngsten Entwicklungen im Bereich der KI eröffnen hier ganz neue Möglichkeiten: Auf der Basis von Large Language Models können Dialogsysteme entwickelt werden, die sprachlich mit den Kindern interagieren und dabei den Prinzipien des dialogischen Lesens folgen.
Im Rahmen des interdisziplinären Projekts „DiLKI“ wird unter Beteiligung von Kita-Praxis und Bildungsverantwortlichen die Wirksamkeit der KI-gestützten Umsetzung des dialogischen Lesens empirisch evaluiert. Hierbei werden zwei Vergleichsgruppen zur Beurteilung herangezogen: (1) das durch pädagogische Fachkräfte umgesetzte dialogische Lesen und (2) die bisherige alltagsintegrierte Sprachförderung an den beteiligten Kitas. Neben der Wirksamkeitsüberprüfung werden Fragen der Implementierbarkeit in die Alltagspraxis von Kindertagestätten und diesbezügliche Gelingensbedingungen (Medienkompetenz der Fachkräfte, Motivation und Unterhaltsamkeitserleben der Kinder sowie organisationale Rahmenbedingungen) erforscht.
Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und ist auf eine Laufzeit von 36 Monaten angelegt. Um die Implementierbarkeit in die Praxis zu gewährleisten ist eine enge Zusammenarbeit mit Praxisvertretungen und der Bildungsadministration vorgesehen. Hierzu zählen unter anderem das Referat Frühe Bildung des Kultusministeriums Baden-Württemberg, der Paritätische Wohlfahrtsverband, der Deutsche Kita-Verband sowie der Landesverband Kindertagespflege.
- Projekt-Team: Prof. Marco Ennemoser (Psychologie im Förderschwerpunkt Sprache, PH Ludwigsburg), Dr. Detmar Meurers (Computerlinguistik, Leibniz-Institut für Wissensmedien Tübingen), JunProf. Heiko Holz, Jil Mogler, Hanna Oestreicher, Patrick Münster
- Laufzeit: 01.04.2026 – 31.03.2029
- Mittelgeber: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)