Die Zeichen stehen auf Veränderung. Das gilt auch für den Masterstudiengang Kulturwissenschaft und Kulturmanagement. Hier teilen wir Erfahrungen, Herausforderungen und gelungene Ansätze aus unserem eigenen Veränderungsprozess. Willkommen zu Einblicken in unser Experimentieren, Weiterentwickeln und gemeinsames Lernen!
Manchmal wirkt ein Tapetenwechsel wahre Wunder! Aus meiner eigenen Berufserfahrung – ob als Wissenschaftlerin mit einer Abgabefrist im Nacken oder als Kulturmanagerin, von der unter Zeitdruck kreative und strategische Lösungen erwartet werden – weiß ich um die belebende Kraft eines Ortswechsels. Gerade am IKM, wo wir oft als eingeschworene Gemeinschaft in unseren Seminarräumen „kleben“, hilft ein Perspektivwechsel enorm. Deshalb finden Lehrveranstaltungen mittlerweile immer häufiger an neuen, inspirierenden Orten statt.
Die Kick-off-Woche zum Semesterstart haben wir beispielsweise im Ludwigsburger Kreativzentrum Kokolores Collective verbracht, das Seminar zur Existenzgründung in der Kultur- und Kreativwirtschaft fand im Animationsinstitut der Filmakademie Baden-Württemberg statt, und das Seminar zur Auswärtigen Kulturpolitik und internationalen Kulturbeziehungen wurde unter Leitung der ifa-Generalsekretärin Gitte Zschoch direkt in den Räumen des ifa in Stuttgart durchgeführt. Hier profitieren unsere Studierenden vom starken Netzwerk des IKM und vom Engagement unserer Partner*innen, die ihre Räume für uns öffnen.
Auch die Pädagogische Hochschule bietet vielfältige Möglichkeiten – ob im Litcafé, im BTZ oder sogar im Grünen (ein absoluter Standortvorteil der PH!). Von diesen Optionen machen wir zunehmend Gebrauch, denn sie schaffen ideale Voraussetzungen, um Innovations- und Reflexionskompetenz, aber auch Kooperationskompetenz zu trainieren.
Mit jedem neuen Raum gewinnen wir neue Perspektiven, frische Ideen und wertvolle Kontakte. So wird der Tapetenwechsel zum festen Bestandteil unserer Studiengangskultur.
P. S.: An unseren bewährten Besuchen und Gesprächen in Kultureinrichtungen halten wir natürlich weiterhin fest. Diese Praxis ist und bleibt eine besondere Stärke unseres Studiengangs – und wird von unseren Studierenden immer wieder positiv hervorgehoben.
Yvonne Pröbstle - April 2026
Wer könnte Studiengangsinteressierten besser Auskunft geben als diejenigen, die aktuell mitten im Masterstudium stehen? Deshalb haben wir am IKM die Peer-to-Peer-Beratung ins Leben gerufen. Das Format „Von Studi zu Studi“ bietet Interessierten die Möglichkeit, sich unkompliziert und online mit einer Person aus dem Masterstudiengang auszutauschen. Ob Fragen zum Studienalltag, zur Organisation, zu den Inhalten oder zur Bewerbung – hier gibt es Antworten und Tipps aus erster Hand.
Wer sich informieren möchte, kann direkt einen Gesprächstermin buchen:
Peer-to-Peer-Beratung: Terminbuchung
Auch unsere Alumni sind wertvolle Gesprächspartner*innen, wenn es um Berufsaussichten und eine rückblickende Bewertung des Studiums geht. Deshalb bieten wir im Rahmen unserer Master-Informationsveranstaltungen die Möglichkeit, mit Alumni ins Gespräch zu kommen und wertvolle Einblicke in Karrierewege und Praxis zu erhalten. Diese Veranstaltung lebt von guter Alumniarbeit und einem funktionierenden Netzwerk – beides sind zentrale Stärken des IKM.
Die nächste Master-Info-Session findet am 21. April 2026 um 17 Uhr online statt.
Hier geht's direkt zur Anmeldung.
Wer also wissen möchte, wie sich das Studium am IKM wirklich anfühlt und welche Chancen sich daraus ergeben, findet bei uns gleich mehrere Möglichkeiten. Und selbstverständlich stehen auch das IKM-Team sowie ich persönlich als Studiengangsleiterin für Fragen zur Verfügung.
Yvonne Pröbstle - März 2026
Im Kulturmanagement ist der Transformationsbegriff allgegenwärtig. Transformation scheint auch im Kulturbetrieb der „neue Aggregrationszustand“ (brandeins) zu sein. In Diskussionen über neue Arbeitsweisen oder veränderte Erwartungen an Kultureinrichtungen ist dies deutlich zu spüren. Wir sprechen oft darüber, was sich verändern soll, aber viel seltener darüber, welche Kompetenzen Menschen brauchen, um Veränderungen gut anzustoßen und zu begleiten – und selbst stabil durch diese Prozesse zu gehen.
Für die anstehende Reakkreditierung unseres Masterstudiengangs spielt der Kompetenzbegriff aus zwei Perspektiven eine Rolle: Aus Hochschulsicht sind Studiengänge kompetenzorientiert, für Lehrveranstaltungen werden Kompetenzziele formuliert, in Prüfungen sollen Studierende ihre erworbenen Kompetenzen demonstrieren. Gleichzeitig interessiert uns die Perspektive der Studierenden: Welche Kompetenzen erleben sie als wichtig, um im Kulturmanagement handlungsfähig zu sein? Wie definieren sie „Kompetenz“– und wie klar oder unscharf ist ihr eigenes Kompetenzbewusstsein?
Am IKM haben wir uns daher auf den Weg gemacht, unser Kompetenzverständnis kritisch zu hinterfragen: Reicht das, was wir lehren, um künftige Kulturmanager*innen auf Gegenwart und Zukunft vorzubereiten? Als Wissenschaftlerinnen wollen wir dieser Frage auch empirisch nachgehen. In einer ersten Fallstudie sind wir mit Masterstudierenden ins Gespräch gegangen und haben sie gefragt, welche Kompetenzen das Berufsfeld auszeichnen, wie sie Kompetenz für sich definieren und welche Fähigkeiten sie für unverzichtbar halten, um Veränderungen im Kulturbetrieb mitzugestalten.
Die Auswertung zeigte uns: Kompetenzen in den Bereichen Kooperation, Kommunikation, Innovation und Digitalität sind als sog. Future Skills durchaus im Bewusstsein der Studierenden präsent. Subjektbezogene Kompetenzen – etwa Selbstwirksamkeit, Reflexions- oder Entscheidungskompetenz – bleiben dagegen eher im Hintergrund. Der Kompetenzbegriff selbst wirkt für viele eher wie ein „Gefühl“ als ein klar greifbares Konzept. Studierende können wichtige Kompetenzen benennen, sind sich aber oft unsicher, ab wann ihr eigenes Handeln tatsächlich als „kompetent“ gelten kann und wie sich Kompetenzen gezielt entwickeln lassen.*
Mit diesen Ergebnissen arbeiten wir nun weiter. Konkret heißt das: Future Skills sollen sichtbarer werden, subjektbezogene Kompetenzen wollen wir stärker verankern und Lehr-Lern-Formate so gestalten, dass Studierende ihr eigenes Kompetenzbewusstsein schärfen und weiterentwickeln können. Oder anders gesagt: Das Studium soll ein Ort sein, an dem der „Transformationsmuskel“ zukünftiger Kulturmanager*innen gezielt trainiert wird.
Prof. Dr. Yvonne Pröbstle & Maike Schlünß M.A. - März 2026
* Pröbstle, Yvonne / Maike Schlünß (2026): Ready für Kompetenz? Ein selbstkritischer Blick auf das Kompetenzbewusstsein in Kulturmanagement-Studium und -Praxis. In: KM. Kultur Management Network Magazin, Nr. 187, S. 12-19.
Manchmal passiert es mitten im laufenden Semester: Ein aktuelles Thema drängt sich auf, wir sollten darüber sprechen, aber in keinem Seminar ist wirklich Platz dafür. Jemand berichtet von einem spannenden neuen KI-Tool, doch im Kurs fehlt die Zeit und thematisch passt es auch nur mit Verrenkungen. Der Besuch des Lehr-Lern-Dialogs soll für alle Studierenden möglich sein, aber allein die Suche nach einem gemeinsamen Zeitslot wird zur Herkulesaufgabe.
Zwischen Studienordnungen und Seminarplänen, Modulbeschreibungen und weit im Voraus abgestimmten Abläufen bleibt manchmal wenig Raum für alles, was uns darüber hinaus noch bewegt. Das gilt für Studierende im besonderen Maße, was wir auch regelmäßig zurückgespiegelt bekommen. Aber es geht mir als Lehrperson häufig genug ganz ähnlich.
Um uns allen etwas mehr Spielraum zu schaffen für das, was im regulären Semesterbetrieb keinen Platz findet, haben wir zum Wintersemester das Format „Let’s Play!“ erfunden. „Let’s Play!“ bedeutet, Dinge tun und über Dinge nachdenken, einfach, weil wir es möchten. „Let’s Play!“ bedeutet, dass ich freudig aufgeregt eine Stunde früher ins Büro komme, weil ich mit den Studierenden ein Experiment in Vibe-Coding starten will. „Let’s Play!“ bedeutet, auf den Vorschlag von Studierenden, über ein bestimmtes Thema zu sprechen, mit einem großen, enthusiastischen Ja antworten zu können – weil wir die Zeit und den Raum dafür haben.
„Let’s Play!“ ist unsere Spielwiese, unser Toberaum, unser gedanklicher Kletterwald, eine Insel der Möglichkeiten, einmal pro Woche, offen für alle. An dieser Stelle werden wir nach und nach Einblicke in ein paar Themen geben, mit denen wir uns in diesem Rahmen beschäftigen: ich in meiner KI-Werkstatt, meine Kollegin Maike Schlünß mit einer Reihe zum Thema Karriere. Also: stay tuned!
Natascha Häutle - März 2026
Der Masterstudiengang Kulturwissenschaft und Kulturmanagement ist in Bewegung. Und das gilt auch für mich als Studiengangsleiterin: In dieser Funktion bin ich ständig im Austausch – mit Studierenden, Kolleg*innen, Netzwerkpartner*innen und natürlich dem IKM-Team. Heute freue ich mich, mit diesem Auftaktbeitrag unsere neue Reihe „MasterMoves“ zu eröffnen. Dabei möchte ich mit einer grundlegenden Beobachtung beginnen.
Wenn von Transformation die Rede ist, wissen Kulturmanager*innen sofort, worum es geht: um die Zukunftsfähigkeit des Kulturbetriebs. Transformation ist Gebot und Chance, Prozess und Ziel zugleich. Sie verlangt nach Menschen, die gestalten wollen – und sie ist alles andere als Routine. Daraus ergibt sich die zentrale Frage: Welche Kompetenzen sind notwendig, damit Kulturmanagerinnen den Wandel im Kulturbetrieb aktiv mitgestalten können?
Die Beantwortung dieser Frage bleibt ein Forschungsdesiderat – darüber schreibe ich an anderer Stelle* mehr. Unabhängig davon wird deutlich: Die Transformation des Kulturbetriebs muss bereits in der Ausbildung künftiger Kulturmanager*innen ansetzen (und auch in der Weiterbildung, aber das ist das Spezialgebiet meiner Kollegin Prof. Dr. Andrea Hausmann). Doch wie können wir als IKM unsere Studierenden dabei unterstützen, neben dem Erwerb von Fachkompetenzen ihren „Transformationsmuskel“ zu trainieren?
Genau daran arbeiten wir am IKM. Über unsere Erfahrungen, Fortschritte und Herausforderungen möchten wir in „MasterMoves“ regelmäßig berichten und Einblicke in diesen Prozess geben – einen Prozess, der auch von uns als IKM Transformation verlangt.
Yvonne Pröbstle - Februar 2026
* Pröbstle, Yvonne (2025): Transformation durch Kompetenz. Future Skills im Kulturmanagement? In: https://www.kulturmanagement.net/Themen/Future-Skills-im-Kulturmanagement-Transformation-durch-Kompetenz,4823 (letzter Zugriff: 19.02.2026)
Abbildung: Collage von Dijana Hammans, gestaltet anlässlich der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Yvonne Pröbstle am 8. Juli 2025