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Call for Papers

Verlängerte Einreichefrist

Wir haben die Fristen zur Einreichung verlängert:

  • Poster: bis 30.06.2026
  • Alle anderen Formate: bis 31.05.2026

Die Gegenwart ist durch Krisen und Umbrüche geprägt. Geopolitische Konflikte und Kriege, aber auch die Folgen des Klimawandels beeinflussen jeden einzelnen Menschen sowie soziale, wirtschaftliche und politische Institutionen, genauso wie beschleunigte digitale Transformationsprozesse, gesellschaftlicher Wandel und das Erstarken rechtsextremer und populistischer Strömungen.

Solche „unruhigen Zeiten” führen zu einer erhöhten sozialen, ökonomischen und psychosozialen Vulnerabilität, insbesondere bei ohnehin benachteiligten Gruppen (Beck, 2016; OECD, 2021). Reale Teilhabemöglichkeiten – verstanden als barrierearme, kompetenzfördernde und sozial eingebettete (digitale) Teilhabe – gewinnen stark an Bedeutung.

„Die volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft und Einbeziehung in die Gesellschaft“ (Art. 3(c) UN-BRK) ist ein zentraler Grundsatz der UN-Behindertenrechtskonvention. Teilhabe und Inklusion gehen Hand in Hand – zugleich kann aber Teilhabe als Zielperspektive und Leitbegriff für den Inklusionsdiskurs gesehen werden, wenn man Inklusion auffasst als „universell gültiges menschenrechtliches Prinzip mit dem Ziel, allen Menschen auf der Basis gleicher Rechte ein selbstbestimmtes Leben und die Teilhabe an allen Aspekten des gesellschaftlichen Lebens zu ermöglichen“ (Wansing, 2015, S. 53).

Unter Teilhabe verstehen wir „eine positiv bewertete Form der Beteiligung an einem sozialen Geschehen“ (Kastl, 2016, S. 236). Eine in der Sonderpädagogik verortete Teilhabewissenschaft bezieht sich nicht nur auf Behinderung im engeren Sinne, sondern auch auf wesentliche Diskurse über soziale und sozio-kulturelle Benachteiligung, Armut, Gewalt, Geschlecht, Mehrsprachigkeit und Migration, zunehmend unter einer intersektionalen, marginalisierungssensiblen und machtkritischen Perspektive (hierzu z.B. Lindmeier, 2023).

Wie steht es also um die gesellschaftliche, politische und schulische Teilhabe von Menschen mit Behinderung oder in benachteiligenden Lebenslagen in gesellschaftlich „unruhigen Zeiten“?

Das Tagungsthema fokussiert dabei zwei Perspektiven auf unruhige Zeiten:

  • Aktuelle dynamische Entwicklungen in Gesellschaft und Technologie ermöglichen nie dagewesene Chancen für Teilhabe.
  • Gleichzeitig bergen Faktoren wie das Erstarken von populistisch-autoritären politischen Strömungen und eine multimedial getriebene Flut an Desinformation, Fake-News und Wissenschaftsfeindlichkeit große Risiken für Teilhabe und Minderheitenschutz, da sie gesellschaftliche Spaltungsprozesse dynamisieren und radikalisieren.

In Keynotes, thematischen Beiträgen und Rahmenveranstaltungen möchten wir die Tagung nutzen, beide Perspektiven zu beleuchten.

Freie und themenbezogene Einreichungen

Dabei laden wir gleichermaßen zur Einreichung sowohl themenbezogener als auch freier Beiträge ein:

  • Freie Beiträge stellen aktuelle Forschungsperspektiven aus dem gesamten Themenspektrum der Sonderpädagogik zur Diskussion.
  • Themenbezogene Beiträge fokussieren die im Call aufgeworfenen Perspektiven auf Teilhabe in unruhigen Zeiten.

Werden mehr Beiträge eingereicht als Slots zur Verfügung stehen, werden wir themenbezogene Einreichungen priorisieren, jedoch ausreichend Zeitslots für freie Beiträge (insbesondere von Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen) reservieren.

Beitragsformate

  • Einzelbeiträge: Einzelbeiträge können sich auf das Tagungsthema beziehen oder aber frei eingereicht werden. Es stehen 20 Minuten zzgl. 10 Minuten Diskussion zur Verfügung. Es werden von den Veranstaltenden immer drei Beiträge zu einer Session von 90 Minuten zusammengefasst. Bitte reichen Sie ein aussagekräftiges Abstract von maximal 2.000 Zeichen ein.
  • Symposien: Symposien umfassen in der Regel drei Beiträge sowie eine übergreifende Diskussion. Die genaue Ausgestaltung obliegt den jeweiligen Organisator*innen. Es stehen insgesamt 90 Minuten zur Verfügung. Symposien beziehen sich auf das übergreifende Tagungsthema. Bitte reichen Sie ein aussagekräftiges Abstract von maximal 3.000 Zeichen für das gesamte Symposium ein.
  • Netzwerke und Arbeitsgruppen: Wir möchten im Rahmen der Tagung Raum für offene Netzwerke und Arbeitsgruppen bieten, in denen beispielsweise gemeinsame Forschungskooperationen angebahnt und geplante Vorhaben und Work-in-Progress diskutiert werden können. Auch offene Forschungsnetzwerke können diesen Rahmen für ihre Treffen nutzen. Um die begrenzten Raumkapazitäten gut nutzen zu können, bitten wir um Einreichung eines aussagekräftigen Abstracts von maximal 1.000 Zeichen.
  • Poster: Poster stellen laufende oder abgeschlossene Forschungsvorhaben prägnant und übersichtlich dar. Einreichungen können sich auf das Tagungsthema beziehen oder frei eingereicht werden. Bitte reichen Sie ein aussagekräftiges Abstract von maximal 1.000 Zeichen ein. Im Rahmen der Tagung wird ein vom Waxmann-Verlag unterstützter Posterpreis für Nachwuchswissenschaftler*innen vergeben.

Deadlines zur Einreichung

  • Einzelbeiträge, Symposien und Netzwerke/Arbeitsgruppen: 30.04.2026
  • Poster: 31.05.2026