Der Bildungsraum "frei:raum" an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg ist ein Bildungsraum für Erwachsene und Kinder, der zum gemeinsamen Entdecken und Erkunden einlädt. Der frei:raum basiert auf der Grundhaltung der Erziehungsphilosophie der Reggio-Pädagogik. Demnach bildet ein tiefer Respekt vor dem Kind, ein gleichwertiger Umgang zwischen Kindern und Erwachsenen sowie eine offene und optimistische Sichtweise auf die kindliche Entwicklung die Basis für die Begleitung der Kinder.
Für Studierende: Der frei:raum ist Bestandteil des hochschulweiten Vorhabens Pädagogisches Reflektieren (PReBi), das von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert wird. PReBi verfolgt das Ziel, Hochschullehre weiterzuentwickeln, theoretische Grundlagen konsequent mit praktischen Erfahrungen zu verbinden und Studierenden reflexive Lerngelegenheiten zu eröffnen. In solchen Bildungsräumen können professionelles Handeln ausprobiert, untersucht und weiterentwickelt werden. Hierdurch wird der "frei:raum" zu einem reflexiver Bildungsraum, in dem praxisbezogenes Handeln und pädagogisches Denken ineinandergreifen. Studierende entwerfen eigene Bildungsangebote und erproben diese in der Praxis – mit Kindern unter drei Jahren, ihren Bezugspersonen sowie Fachkräften. Unterstützt durch Videografie, strukturierte Feedbackprozesse und theoriegeleitete Auswertungen reflektieren sie ihr Handeln und gewinnen Einblicke in das Zusammenspiel von Materialität, Raum und Kommunikation. Im Zentrum steht dabei nicht das fehlerfreie Gelingen, entscheidend ist vielmehr das Lernen im und am Prozess.
Für Kinder und Eltern: Der frei:raum lädt Kinder bis drei Jahre und ihre Bezugspersonen zum freien Entdecken, Spielen und Verweilen ein.
Die Kinder können im frei:raum in verschiedenen offenen Spielangeboten frei spielen, sich kreativ ausdrücken und ihre Umgebung erkunden. Der Raum ist so vorbereitet, dass die Kinder ausgehend von ihren eigenen Interessen und in ihrer eigenen Geschwindigkeit (Spiel-)Materialien entdecken, mit ihnen experimenten und sich darüber austauschen können.
Auch die Eltern haben dort einen frei:raum. Sie müssen nichts leisten; sie dürfen ihre Kinder neugierig in einer entspannten Atmosphöre beobachten, ihre Interessen entdecken und die Entwicklung der Kinder (er-)kennen und verstehen.
Das Team der Interdisziplinären Frühförderung gestaltet im frei:raum verschiedene offene Angebote für Kinder und ihre Bezugspersonen (siehe "Angebote für Eltern und Kinder"), bspw. am Türen auf Tag mit der Maus.
Kontakt:
Unter dem Motto „Kleine Wunder“ waren am Samstag, den 3. Oktober 2026 Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren eingeladen, an liebevoll gestalteten Sinnes-Angeboten in den Räumen der Interdisziplinären Frühförderung teilzunehmen.
Ein magischer Erlebnisraum für alle Sinne
Unsere PReBi-Mitarbeiterin Nina Denzel gestaltet in Kooperation mit Teilprojektleitung Jun.-Prof.'in Dr. Annika Endres das Angebot „Sinnes-Wald“, einen magischen Raum zum Fühlen, Lauschen, Staunen und Entspannen. Grüne Lichter, leise Waldgeräusche und funkelnde Lichtinstallationen verwandelten den Raum in einen magischen Wald.
Die Kinder waren eingeladen, verschiedene Materialien aus der Natur zu erkunden und den Geräuschen des Waldes zu lauschen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Spiel mit Licht und Schatten. Mithilfe eines Projection-Mappings wurde der Raum in einen virtuellen Wald verwandelt. Die Kinder konnten in die Projektion eintauchen, sich selbst im „Wald“ entdecken und beobachten, wie ihre eigenen Schatten Teil der Inszenierung wurden.
Raumgestaltung erleben, erproben und reflektieren
Auch für ältere Geschwisterkinder gab es Möglichkeiten, kreativ tätig zu werden. Mit einem Overheadprojektor konnten sie eigene Installationen gestalten und diese an die Decke projizieren. Auf diese Weise entstand nach und nach eine immersive Projektion, an der die Kinder selbst aktiv mitwirken konnten.
Ergänzt wurde die Sinneserfahrung durch Sensorik-Wände, die gemeinsam mit Studierenden im Rahmen eines Seminars entwickelt und gestaltet wurden. Unterschiedliche Materialien und Oberflächen luden dazu ein, zu fühlen, zu entdecken und eigene Erfahrungen zu sammeln.
Für die beteiligten Studierenden bot die Veranstaltung eine wertvolle Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln. Sie konnten Eltern-Kind-Interaktionen beobachten und begleiten, den Umgang der Kinder mit den angebotenen Materialien erleben sowie deren Chancen und Grenzen reflektieren. Beobachtungen aus der Praxis konnten unmittelbar aufgegriffen und Anpassungen direkt geplant und umgesetzt werden. So wurde die Veranstaltung nicht nur zu einem besonderen Sinneserlebnis für die Kinder, sondern zugleich zu einem praxisnahen Lern- und Erfahrungsraum für die Studierenden. Mit insgesamt 60 teilnehmenden Kindern und Eltern fand das Angebot regen Anklang.
PReBi schafft Raum für praxisnahes Lernen
Im Rahmen von PReBi sollen auch in Zukunft weitere Angebote entstehen, bei denen Studierende Eltern und ihre Kinder einladen, gemeinsam neue Erfahrungen zu sammeln und unterschiedliche Themen auf spielerische Weise zu entdecken. Dabei sollen die Veranstaltungen sowohl den Familien vielfältige Anregungen bieten als auch Studierenden die Möglichkeit geben, pädagogische Erfahrungen in der direkten Begegnung mit Kindern und Eltern zu sammeln, zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Vielen Dank, dass Ihr dabei wart und unseren Sinnes-Wald mit Leben gefüllt habt!