Einmal Vulkan und zurück – die Großexkursion der Geographie-Studierenden der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg nach Süditalien vom 24. März bis 2. April 2026 bot ein ebenso kompaktes wie eindrückliches Lehrprogramm. Die Studierenden brachten ihr im Vorfeld erworbenes Wissen ein, zugleich bereicherten zahlreiche italienische Guides die Reise mit Expert*innenwissen und lokalen Perspektiven.
Zu Beginn standen Rom und Neapel im Fokus. In Rom wurden Stadtentwicklung, Tourismus und historische Überprägung besonders anschaulich: überfüllte Metros, dichtes Gedränge rund um Kolosseum und Forum Romanum sowie die Begegnung mit dem Papst im Papamobil im Vatikan machten das Spannungsfeld zwischen historischer Stadtnutzung und moderner Tourismusdynamik deutlich. In Neapel richtete sich der Blick auf Zivil- und Katastrophenschutz im Umfeld des Vesuvs und der Phlegräischen Felder und auf aktuelle Herausforderungen der Abfallentsorgung – sehr sichtbar direkt vor dem Hostel der Gruppe.
Von dort führte der Weg nach Herculaneum, wo die antike Stadtgeschichte und die Folgen früherer Vulkankatastrophen nachvollzogen wurden. Am Vesuv stellte eine windige Gipfeltour mit einem äußerst zügigen Bergführer die Gruppe vor geographische und konditionelle Herausforderungen. Ein weiteres Highlight bildete die Nachtfahrt auf der Fähre nach Palermo mit viel Meeresluft und wenig Schlaf. In Palermo rückten im Rahmen einer Antimafia-Tour Fragen von Identität und Zivilgesellschaft in den Mittelpunkt, auf Sizilien ergänzte das Thema Migration den Blick auf Hafeninfrastruktur und Mobilität.
Mit der Reise nach Catania und einer Schneetour auf dem Ätna traten Vulkanismus, seine Landschaftsformen und ihre Bedeutung für Landwirtschaft und Siedlungsentwicklung klar hervor. In der terrassenartig angelegten Hangstadt Taormina wurden touristische Aufwertung, Preisstrukturen und die markante Stadtlandschaft greifbar – nicht zuletzt beim überteuerten Cappuccino mit traumhafter Aussicht.
Unvergessen bleibt die Bootsfahrt nach Stromboli: hoher Wellengang, ein in der Schiffsschraube verfangenes Tau, eine mutige Bootscrew mit Taucherausrüstung und eine auf rund sechs Stunden verlängerte Fahrzeit führten dazu, dass ein Großteil der Gruppe seekrank wurde und Stromboli nicht wie geplant angelaufen werden konnte. Der Enthusiasmus für die Weiterfahrt zum Vulcano am nächsten Tag war überschaubar, der Einblick in die Herausforderungen maritimer Erreichbarkeit jedoch umso größer.
Insgesamt verband die Großexkursion fachliche Perspektiven mit lebensnahen Erfahrungen. Sie war nicht nur geographisch lehrreich, sondern auch eine Form der Selbsterfahrung: Das Verlassen der persönlichen Komfortzone hinterließ bei allen Beteiligten mit Sicherheit nachhaltig eindrückliche Spuren - ein Erfahrungsschatz, der für ihre zukünftige Lehrpraxis von großer Bedeutung sein wird.