Klärung fachrelevanter Konzepte, Erarbeitung des Forschungsstandes und Beschreibung erster partizipativer Forschungsmethoden
Entwicklung des Bildungskonzeptes mit Formulierung erster Lern- und Bildungsziele aus interdisziplinärer und praktischer Perspektive (Prototyp ist am Ende der Phase entwickelt)
Pilotierungs- und Überarbeitungsphasen des Prototyps zur finalen Fertigstellung und Implementierung in die Praxis
Implementierungs- und Gelingensbedingungen (IGB) des Einsatzes von duK&walk werden erhoben und unter Einbezug aller Akteur:innen weiterentwickelt (zirkuläres Verständnis von Design Based Research und partizipativer Forschung)
Erhebungsphase: Partizipative Spaziergänge für duK werden gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen und Fachkräften gestaltet (Aufnahme mit GoPros, Walking Interviews)
Entwicklung von Kriterien für Implikations- und Gelingensbedingungen (IGB) von duK auf partizipativen Spaziergängen + Publikation von Ergebnissen und Dissemination
Unter duK (digital unterstützte Kommunikation) werden verschiedene Technologien verstanden, die es Menschen mit und ohne körpereigene Lautsprache ermöglicht, an Kommunikation teilzuhaben. Hierzu zählen beispielsweise einfache Sprachausgabegeräte, assistive Technologien wie Ansteuerungshilfen sowie digitale Medien (z.B. Smartphones, Tablets).
Im Projekt duK & walk werden Kinder duK nutzen, um sich mit anderen Kindern und Erwachsenen auszutauschen und Bildungsaktivitäten mitgestalten zu können. duK ermöglicht darüber hinaus auch die Speicherung verschiedener Software wie Bild- oder Symbolsammlungen, Gebärdenarchive oder mehrsprachige Wörterbücher und ist damit auch für Fachkräfte ein Hilfsmittel, damit sie kommunikative Prozesse mit allen Kindern gestalten können.
Außerdem kann duK als Erinnerungsanker dienen – Erlebnisse auf den Spaziergängen können in Form von Videos oder Fotos gespeichert werden und später für Fachkräfte und Kinder einen Anlass zu weiterem kommunikativem Austausch bieten.
Für welche Kinder ist duK besonders hilfreich?
duK kann von Kindern, die aufgrund von Behinderung oder Beeinträchtigung keine körpereigene Lautsprache nutzen können, als Ersatzsprache verwendet werden. Für Kinder, die in ihren lautsprachlichen Fähigkeiten stark eingeschränkt sind, stellt duK ein Ausdrucksmittel dar. Weiter kann duK als Hilfsmittel im Spracherwerb verwendet werden – dies bietet sich für Kinder mit Migrations- oder Fluchterfahrung an, die Deutsch als Zweitsprache lernen.
Ein walk ist ein partizipativer Spaziergang. Das bedeutet, dass die Kinder spontan den Weg wählen und das Tempo selbst bestimmen, während Frühpädagog*innen sie begleiten und unterstützen. Die walks dienen dazu, den sozialen Nahraum in der nahen Umgebung der Kita zu erkunden. In diesem Zusammenhang wird auch das Bildungsverständnis von Bildung als Selbstbildung und einer aktiven Auseinandersetzung zwischen Kind und Umwelt deutlich. Im Projekt soll weiterführend erforscht werden, wie in unstrukturierten Alltagssituationen qualitativ hochwertige Bildungsaktivitäten gestaltet werden können. Hierbei legt walk den Fokus auf den Außenraum, wodurch nicht planbare Lerngelegenheiten genutzt werden sollen und ein situations- und lebensweltorientiertes Handeln an Bedeutung gewinnt. Die Gegebenheiten des Außenraums stellen die Möglichkeiten für Bildungsgelegenheiten zur Verfügung. Gleichzeitig wird dadurch der Alltagsbezug ersichtlich.
Partizipation lässt sich mit Mitbestimmung, Teilhabe oder Mitsprache umschreiben. Im Forschungsprozess ist es uns wichtig, die Perspektiven von Kindern und Fachkräften miteinzubeziehen. Hierzu werden verschiedene Verfahren eingesetzt, zum Beispiel Interviews. Die Perspektive der Kinder soll Aufschluss darüber geben, wie Kinder auf Spaziergängen duK einsetzen und welche kommunikative Funktion duK hierbei übernimmt. Die Perspektive der pädagogischen Fachkräfte betrachtet einerseits ebenfalls die Nutzung und Umsetzung von duK auf den Spaziergängen und setzt sich andererseits mit den didaktischen Rahmenbedingungen der Umsetzung auseinander. Die Kontrastierung beider Perspektiven eröffnet eine Diskussion über die Frage, wie mit Kindern mit besonderen Kommunikationsbedürfnissen geforscht werden kann und welche Unterschiede sich zwischen den verschiedenen Perspektiven ergeben.
Im Zuge des Design-Based Research Ansatzes ist es wichtig, sowohl einen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn zu erreichen als auch Praxisentwicklung zu ermöglichen. Forschung, die im Design-Based Research Ansatz erfolgt, dient also nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch unmittelbar den Praxispartner*innen. Dabei erfolgen Forschungsprozesse in iterativen und zirkulären Prozessen, was bedeutet, dass sich Prozesse wiederholen und Zwischenergebnisse von Forschung und Praxis evaluiert werden. Dies wird mit einem Blick auf die Arbeitspakete (siehe oben) ersichtlich, wenn sich Phasen der theoretischen Ausarbeitung mit Phasen der Erprobung in der Praxis und des Einbezugs von Stimmen aus der Praxis abwechseln.