Im Rahmen von INVITE 2.0 fand am 26. und 27. November 2025 an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg der internationale Workshop „Teaching with AI tools: The Role of AI in Transforming Teacher Education“ statt. Teilgenommen haben Lehrende aus verschiedenen Fächern der PHL sowie Vertreter*innen der Partnerhochschulen aus Norwegen (OsloMet), Dänemark (University College Copenhagen), Rumänien (Babeș-Bolyai Universität) und Estland (Universität Tartu).
Ein inhaltlicher Schwerpunkt war die Keynote von Helen Hint (Universität Tartu). Sie berichtete von einer universitätsweiten Arbeitsgruppe, die Lehrende beim Einsatz von KI in Lehre und Lernen unterstützt, sowie von Estlands nationaler AI LEAP Initiative, in deren Rahmen Lehrkräfte systematisch zu KI geschult werden und KI-basierte Lernwerkzeuge allen Schüler*innen der Oberstufe zur Verfügung gestellt werden sollen. Hint betonte, dass diese Angebote bislang meist allgemein gehalten sind und selten fach- oder disziplinspezifisch. Kritisch setzte sie sich mit der Fixierung aktueller Debatten auf die Frage auseinander, ob Studierende KI nutzen und ob Detektionssoftware dies aufdecken kann – obwohl solche Tools unzuverlässig sind und vom Wesentlichen ablenken: Vertrauen, Didaktik und sinnvolle Lernziele. Sie wies außerdem darauf hin, dass die Diskussion stark von großen Sprachmodellen dominiert wird und damit andere KI-Anwendungen aus dem Blick geraten, die für Bildung ebenfalls relevant wären. Vor diesem Hintergrund plädierte sie für eine stärkere Einbindung von Lehrkräften, ein klareres Verständnis ihrer Bedürfnisse und für mehr empirische Forschung – von Studierendenperspektiven bis hin zu erprobten AI-Literacy-Materialien –, um „weise“ und zukunftsorientierte Entscheidungen zum Einsatz von KI in der Bildung treffen zu können.
An diese Impulse knüpften praxisnahe Beiträge aus der Englischdidaktik, Kunstpädagogik, den Bildungswissenschaften, der Informatik und Medienpädagogik an – etwa zur Unterrichtsplanung mit KI in mehrsprachigen Settings, zur kreativen Arbeit mit Text‑zu‑Bild-Generatoren oder zum reflektierten KI-Einsatz im Schulalltag.
Ebenfalls gab es einige bereichernde Inputs, in denen die Perspektiven von Lehrenden, der Hochschuleinrichtungen, Forschenden und Studierenden mit einbezogen wurden. Dabei haben sich die Teilnehmenden zu Themen, wie der Text-zu-Bild-Funktion im Fachbereich Kunst (OsloMet), der Erstellung von 3D-Animationen in den Naturwissenschaften (Cluj-Napoca) bis hin zum Projekt AI Lit der PH Ludwigsburg, in dem es um die Förderung von sprachlichen Kompetenzen bei Kindern im Vorschulalter durch die KI geht, ausgetauscht. Außerdem hat eine Studentin der PH Ludwigsburg hat ihre Erfahrungen mit der KI im Unterricht mit den Teilnehmenden geteilt.
Am zweiten Workshoptag lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung gemeinsamer Forschungs- und Kooperationsprojekte. Die gemeinsame Projektarbeit stieß bei allen Partnerhochschulen auf großes Interesse; insbesondere die Idee, die erarbeiteten Konzepte in einem größeren Verbund weiterzuführen, wurde sehr positiv aufgenommen. Im Zentrum der Überlegungen steht ein mögliches EU-Projekt, das untersucht, wie Lehrende in der Lehrer*innenbildung KI in ihrer Lehre einsetzen und wie sie sich vorstellen, dass KI ihre professionelle Rolle künftig verändert.
Damit blicken wir auf einen rundum gelungenen Workshop zurück, der nicht nur vielfältige Einblicke in das Lehren und Lernen mit KI eröffnet, sondern auch den Grundstein für eine langfristige, europäische Zusammenarbeit in Forschung und Lehrer*innenbildung gelegt hat.