Der viertägige Workshop brachte Wissenschaftler*innen aus Südafrika, Indien, Rumänien und Deutschland zusammen, um ein gemeinsames, machtkritisches Lehrkonzept zur „Critical Global Citizenship Education“ (CGCE) in der inklusionsorientierten Lehrer*innenbildung zu entwickeln.
Ziel war es, ein international anschlussfähiges Kurskonzept zu entwerfen, das Lehramtsstudierende dazu befähigt, Inklusion und Diversität im Kontext globaler sozialer Ungerechtigkeit kritisch zu reflektieren und die Lehrer*innenrolle als „transformative intellectuals“ (Giroux) zu begreifen.
Zu Gast während des gesamten Workshops waren Prof. Dr. Zayd Waghid von der CPUT Cape Town (Südafrika) und Dr. Mirona Stanescu der BBU Cluj (Rumänien). Zudem nahmen Anastasia Gordon und Genevieve Lentz (beide CPUT), Dr. Katharina Schneider-Bertan (Universität zu Köln; online) und Dr. Manish Jain (Dr. Ambedkar University Delhi; online) an einzelnen Workshoptagen teil. Von der PH Ludwigsburg waren Paula Fromm, Dr. Katharina Witte, Prof. Dr. Anselm Böhmer, Prof. Dr. Stefan Jeuk und Prof. Dr. Christoph Knoblauch beteiligt. Der Workshop wurde vom International Office der PH Ludwigsburg (federführend von Charlotte Keefer) initiiert und von Jun.Prof’in Dr. Susanne Leitner koordiniert.
Auf der inhaltlichen Ebene wurde - ausgehend von Vorträgen der beteiligten Kolleg*innen (u.a. zu Critical Global Citizenship, dekolonialen Perspektiven, Community Engagement und Inklusion) - ein Rahmenmodell erarbeitet, das als Grundlage für die Weiterarbeit diente.
Ein Schwerpunkt des Workshops lag neben der theoretischen Grundlegung auf der Erprobung konkreter, insbesondere kreativer und künstlerischer Lehr-Lern-Methoden, die später im gemeinsamen Kurs eingesetzt werden sollen.
Parallel dazu wurden organisatorische und strukturelle Fragen für gemeinsame, international vernetzte Lehre bearbeitet.
Als zentrales Ergebnis wurde ein Entwurf für einen gemeinsamen COIL-Kurs (Collaborative Online International Learning) zur Critical Global Citizenship Education für Masterstudierende ausgearbeitet. Dieser soll den Auftakt für weitere Kooperationen und ggfls. einer dauerhaften Verankerung von CGCE im Curriculum der PH Ludwigsburg dienen. Er soll zwischen April und Juni 2026 stattfinden. Er ist so konzipiert, dass er sich in die unterschiedlichen Rahmenbedingungen für Lehre an den teilnehmenden Hochschulen einfügen lässt. Gemeinsames Kernstück bilden fünf synchronen Online-Sitzungen und vier Phasen internationaler Gruppenarbeit, bei denen Studierende aus allen beteiligten Ländern in gemischten Gruppen zusammen arbeiten. In diesen Gruppen identifizieren die Studierenden reale Probleme sozialer Ungerechtigkeit in ihren jeweiligen Kontexten, verknüpfen diese mit kritischen Theorien, reflektieren ihre eigene Positionalität und entwickeln symbolisch Idee(n) zur Transformation.
Zur Verstetigung der Zusammenarbeit werden weitere digitale Meetings stattfinden, die dazu beitragen sollen, eine nachhaltige Community of Practice für machtkritische und internationalisierte Lehre zu CGCE zu etablieren und zu festigen.
Interessierte sind herzlich eingeladen, sich anzuschließen.
Kontakt: susanne.leitner@ph-ludwigsburg.de