Im Rahmen des „Academic Networking Breakfast“, das am 10. Juni 2026 an der PH stattfand, begrüßten wir eine Delegation des Kibbutzim College (Israel). Die Gruppe bestand aus Dr. Nissim Avisar sowie sechs Studierenden aus dem Bereich Sonderpädagogik und bot einen wertvollen Anlass für internationalen fachlichen Austausch.
Besonders hervorzuheben ist der Beitrag von Dr. Avisar, der Einblicke in seine Forschung zu Inklusionsmöglichkeiten im israelischen Bildungssystem gab. Dabei wurden insbesondere Ansätze des Social Emotional Learning (SEL) sowie Konzepte der „culturally responsive pedagogy“ (u. a. nach Samuels) aufgegriffen und in Bezug auf inklusive Bildungsprozesse diskutiert.
In den anschließenden Gesprächen wurde unter anderem der unterschiedliche Umgang mit Inklusion in westlichen und nicht-westlichen Kontexten thematisiert. Die Teilnehmenden reflektierten dabei verschiedene normative Vorstellungen von Inklusion sowie deren Umsetzung in unterschiedlichen Bildungssystemen.
Das Academic Networking Breakfast schuf einen offenen Raum für Dialog und Vernetzung und ermöglichte es, internationale Perspektiven auf inklusive Bildung kennenzulernen und in Beziehung zu eigenen Erfahrungen zu setzen. Die Delegation und Teilnehmenden leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der Lehrer*innenbildung an der PH und zur Weiterentwicklung inklusiver pädagogischer Ansätze. Wir danken herzlich für die zahlreiche Teilnahme!
Am Montag, den 19. Januar 2026, fand von 12-13 Uhr die Brown Bag Session zum Thema „Internationalisierung praktisch: ETEN und kreative Vernetzung in der Lehrerbildung“ statt. Minke Jakobi (International Office) sowie Rachelle Breuer und Helga Haudeck (beide aus dem Institut für Englisch) berichteten dabei über ihre Erfahrungen im ETEN-Netzwerk.
ETEN (European Teacher Education Network) ist ein europäisches Netzwerk von Hochschulen und Bildungseinrichtungen, das seit 1988 besteht und seit 2018 als gemeinnütziger Verein in Belgien organisiert ist.
Ziel des Netzwerks ist es, die Zusammenarbeit in der Lehrkräftebildung auf europäischer Ebene zu fördern, indem der fachliche Austausch sowie die Kooperation zwischen Lehrenden, Forschenden und Institutionen der Lehrerbildung intensiviert werden. ETEN bietet eine Plattform für gemeinsame Forschungsaktivitäten, Publikationen sowie den Austausch von Erfahrungen und Good-Practice-Beispielen. Zentrale Elemente der Netzwerkarbeit sind jährliche internationale Konferenzen und thematische Arbeitsgruppen (Thematic Interest Groups, sogenannte „TIGs“), in denen aktuelle Fragestellungen der Lehrerbildung gemeinsam bearbeitet werden.
Rachelle Breuer und Helga Haudeck berichteten insbesondere von ihrer Mitarbeit in der TIG „Creative Storytelling“, ihrer Teilnahme an bereits 2 jährlichen internationalen Konferenzen (2024 in den Niederlanden und 2025 in Belgien) sowie von den Auswirkungen der Netzwerkarbeit auf ihre Lehre am Institut für Englisch der PHL. Bereits mehrere Good-Practice-Beispiele wurden in ihren Seminaren umgesetzt; zudem haben sie verschiedene COIL- und BIP-Projekte mit Partnerinstitutionen initiiert, die sie im Rahmen des ETEN-Netzwerks kennengelernt haben. Die Session zeigte sehr eindrücklich, wie lebendig das Thema Creative Storytelling ist und wie es durch internationale Kooperationen gewinnbringend für die Lehrerbildung weiterentwickelt werden kann.
Wir bedanken uns herzlich für den sehr spannenden Input! Bei Fragen oder Interesse zum ETEN-Netzwerk können Sie sich jederzeit an Minke Jakobi wenden.
Nach dem gelungenen Auftakt unserer Brown Bag Reihe mit Prof. Awe zum Thema "Teaching Experiences in Nigeria", stand die zweite Session im Zeichen internationaler Kurzzeitmobilität.
Unter dem Titel „Internationale Kooperationen – Kurzzeitaufenthalte mit Langzeitwirkungen“ beleuchtete Selina Sauer vom International Office zunächst die vielfältigen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen eines Blended Intensive Programme (BIP). Im Anschluss gaben Prof. Dr. Armin Lude und Prof. Dr. Stefan Jeuk Einblicke in ihre persönlichen Erfahrungen mit internationaler Kurzzeitmobilität.
Prof. Dr. Lude berichtete von erfolgreichen BIP-Durchführungen in den Niederlanden mit Studierenden der PH Ludwigsburg, während Prof. Dr. Jeuk praxisnah von Chancen und Herausforderungen aus seinen Kurzzeitaufenthalten in Rumänien der vergangenen Jahre erzählte.
So ergänzten sich theoretische Grundlagen mit konkreten Praxisbeispielen und Umsetzungsmöglichkeiten – stets im Fokus: die Potenziale dieses hybriden Formats, das virtuelle Zusammenarbeit und physische Mobilität verbindet.
Für Lehrende und Studierende eröffnet sich damit ein niedrigschwelliger Zugang zu interdisziplinärer, internationaler Lehre mit nachhaltigem Mehrwert.
In lockerer Atmosphäre mit Pizza und Austausch zeigten sich einige Anknüpfungspunkte für zukünftige internationale Kooperationen. Die rege Beteiligung hat erneut gezeigt: Das Format der Brown Bag Session bietet Raum für neue Impulse und lebendige Diskussionen rund um Internationalisierung und Lehre.
Wir freuen uns auf die nächste Runde!
Am 26. Mai 2025 fand im Rahmen des INVITE 2.0-Projekts unsere erste Brown Bag Session statt. Wir hatten die große Ehre, Prof. Dr. Olawale Awe aus Nigeria begrüßen zu dürfen – ein renommierter Alexander von Humboldt-Stipendiat, der derzeit an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg forscht.
In seinem Vortrag gab Prof. Awe spannende Einblicke in seinen akademischen Werdegang und seinen aktuellen Forschungsschwerpunkt.
Er ist Vizepräsident des LISA 2020 Global Network (USA) und setzt sich maßgeblich dafür ein, statistische Beratung als festen Bestandteil der Statistiklehre in Nigeria zu verankern. Dabei nutzt er den international anerkannten LISA 2020-Ansatz (Laboratory for Interdisciplinary Statistical Analysis), der interdisziplinäre Zusammenarbeit und Kapazitätsaufbau durch statistische Expertise fördert.
Mit über 100 interdisziplinären, peer-reviewed Publikationen hat Prof. Awe einen bedeutenden Beitrag zur internationalen Forschung durch fächerübergreifende Kooperation geleistet.
Wir danken ihm herzlich für seinen inspirierenden Beitrag und freuen uns auf viele weitere bereichernde Sessions in dieser Reihe.
Im Rahmen der Förderlinie Lehramt.International des DAAD ist Vernetzung sowohl international als auch national gefragt. Somit setzen zahlreiche Hochschulen auf vielfältige und innovative Vernetzungsformate. So auch in Baden-Württemberg. Um diese Vernetzung anzustoßen und nachhaltig zu stärken, haben die Projekte der Pädagogischen Hochschulen Freiburg, Ludwigsburg und Weingarten einen landesweiten Vernetzungsprozess initiiert, der den Austausch zwischen den Projektkoordinator*innen, -verantwortlichen sowie gegebenenfalls den internationalen Partnern intensivieren soll.
Ziel ist es, die operative und strategische Zusammenarbeit über Institutionsgrenzen hinweg zu fördern und gemeinsam neue Wege für eine zukunftsorientierte Lehrkräftebildung zu entwickeln. Mit der Vernetzung sollen kollegiale Beratung, der Transfer von Good Practices, die gemeinsame Entwicklung verschiedener Lehr-Lern-Formate und Visionen sowie strategische Abstimmungen und strukturelle Verankerungen mit Blick auf die Internationalisierung in der Lehrerbildung ermöglicht werden. Es besteht die Hoffnung, dass die Projekte sowie die Hochschulen von der Vielfalt der Perspektiven und der gebündelten Expertise im Land profitieren.
Um diese Ziele zu konkretisieren und den Austausch zu initiieren, fand am 18. September 2025 ein erstes Online-Vernetzungs-Kick-off Meeting mit den Projektkoordinator*innen der Modellprojekte statt. Die Auftaktveranstaltung bot die Gelegenheit für ein erstes Kennenlernen. In einem offenen Austausch wurden die Projekte vorgestellt, erste Herausforderungen diskutiert und Good Practices geteilt. Dabei wurde deutlich, welches Potenzial in der Zusammenarbeit auf operativer und strategischer Ebene liegt, wie wertvoll eine landesweite Vernetzung ist und dass es ein zentrales Anliegen der Teilnehmer*innen ist, den vom DAAD bereits angestoßenen Politikdialog gemeinsam fortzuführen, um die Internationalisierung in der Lehrerbildung weiter zu stärken.
Die Veranstaltung setzte somit einen wichtigen Grundstein für die zukünftige Zusammenarbeit: Sie zeigte nicht nur das große Interesse an kontinuierlichem Austausch, sondern auch den Mehrwert einer gebündelten Expertise über die Hochschulgrenzen hinweg.
Die Förderlinie Lehramt.International bietet nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch den Rahmen für eine kooperative Weiterentwicklung der Internationalisierungsstrategien – mit dem Ziel, zukünftige Lehrkräfte bestmöglich auf die Anforderungen einer globalisierten Bildungswelt vorzubereiten.