Moderation: Dr. Sabine Pfäfflin
Montag, 11. Mai, 18:00-19:30 Uhr
Literaturcafé der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
„Ich wollte wissen, was passiert, wenn ich (radikaler als sonst) im Schreiben alles Überflüssige weglasse. Was geschieht mit der Sprache, wenn ich sie so konsequent entschlacke, dass keine Füllwörter, keine verschachtelten Sätze, keine Abschweifungen, keine elaborierten Metaphern mehr Platz haben? Kann ich trotzdem Geschichten erzählen – oder dann erst recht? Welche Räume öffnen sich, wenn ich am Rande des Schweigens entlangschreibe? Was bleibt, wenn ich auf alles verzichte, was wir üblicherweise zum Literarischen zählen?“ Annette Pehnt
Annette Pehnt, so schrieb Andreas Platthaus vor kurzem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sei „eine der profiliertesten und wandlungsfähigsten deutschen Schriftsteller*innen“. Das stellt sie in ihrem aktuellen Buch Einen Vulkan besteigen, das im Sommer 2025 erschienen ist, erneut unter Beweis. Es versammelt 35 ‚minimale Geschichten‘, die von scheinbar alltäglichen, aber bedeutsamen Momenten erzählen, in denen sich innerhalb eines Augenblicks alles verändern kann. Die Geschichten richten den Blick auf das Wesentliche: die Liebe, mögliche Lebensträume, Einsamkeit und Gesellschaft, Nähe und Distanz, Entfremdung und Tod. In der Knappheit von Annette Pehnts Sprache erscheint das Elementare der beschriebenen Augenblicke umso intensiver und berührender.
Zudem wird die Autorin auch aus ihrem kinderliterarischen Werk lesen – Auszüge aus dem Kinderroman Der Bärbeiß: Die Abenteuer eines brummigen Bärs, der am liebsten schlechte Laune hat und weder Sonne noch Regen leiden kann, Besuch schon gar nicht. Aber davon lassen sich seine Nachbarn und Freunde nicht beeindrucken. Dann muss Besuch eben geübt werden. So sehr sich der Bärbeiß auch wehrt: Das Leben ist oft viel schöner, als er zugeben möchte. Und eigentlich findet er das dann doch ganz gut. Eine Geschichte für Kinder und Erwachsene.
Annette Pehnt wurde 1967 in Köln geboren. Sie ist Autorin zahlreicher Romane, Erzählungsbände und Kinderbücher sowie Professorin für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus am Literaturinstitut der Universität Hildesheim. Für ihre Bücher wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Italo-Svevo-Preis (2009), dem Thaddäus-Troll-Preis (2008), dem Hermann-Hesse-Preis (2012), dem Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg (2017), dem Rheingauer Literaturpreis (2020), dem Großen Preis des Deutschen Literaturfonds (2023) und dem Johann-Peter-Hebel-Preis (2026). Annette Pehnt lebt in Freiburg und Hildesheim.